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Sie bringt dir Selbstbestimmung, inneren Frieden, Heilung und Vergebung. Sie führt dich zu Kraft, Standfestigkeit, Mut, Abgrenzung und Selbstbehauptung.
Heile die Wunden deiner inneren Kriegerin, und du wirst stark und entschlossen im Leben stehen.
Schließe für einen Moment deine Augen und lass vor deinem inneren Auge das Bild einer Kriegerin entstehen, so, wie sie sich für dich zeigen mag. Welche Assoziationen fallen dir zu dieser Kriegerin ein? Was strahlt sie für dich aus?
Mit diesem einfachen kleinen Experiment findest du deinen ersten, persönlichen Kontakt zur inneren Kriegerin in dir. Meist sehen wir vor allem ihre Stärke, ihre Kampfeslust, ihre Kraft und ihren Mut, aber auch die Gefahr der Zerstörung, die in ihrer Natur liegt. Nur selten wollen wir auch ihre Verletzungen wahrnehmen, die sie aus vergangenen Kämpfen des Lebens trägt.
Es sind diese beiden Seiten, die die Kriegerin prägen. Da ist die Stärke, das Standing, sich mit aller Kraft für sich, für die eigenen Herzensangelegenheiten oder für den Schutz von Schwächeren einzusetzen. Dabei kann sie klare Grenzen setzen und sich entschlossen auf ihre Ziele zubewegen. Und da ist die andere Seite: Verletzungen, die geheilt werden wollen, und Vergebung, die es braucht, um letztlich zum Frieden zu gelangen, statt aus den Verletzungen heraus wild um sich zu schlagen.
Die innere Kriegerin ist der Teil in uns, der uns bei Gefahr schützt und bei Eroberungsgelüsten angreifen will. Sie ist eine aktive, starke Kraft, die kaum zu zähmen ist und deshalb mit Vorsicht und Wachheit genossen werden will.
Aspekte und Themen der Kriegerin
Die Themen der Kriegerin sind Führung, Selbstbestimmung, die innere Stimme und Frieden. Ihre Aspekte sind Kraft, Entschlossenheit, Energie, Selbstbehauptung, Durchsetzungskraft, Selbstschutz, Abgrenzung, Mut, Mobilität, Ernsthaftigkeit, Standfestigkeit, Besonnenheit, Begeisterung, Konzentration, Geschicklichkeit, Zielstrebigkeit und Durchhaltevermögen.
Die griechische Göttin des Kampfes ist Athene, ihr Pendant in der römischen Mythologie ist Minerva. Auch die Amazonen gelten als wehrhafte Kriegerinnen.
Die Kriegerin wird dem Solarplexuschakra zugeordnet, das für die Entwicklung des Ichs steht, für Lebensenergie, Lebensfreude und Tatkraft. Hier sitzt unsere Intuition, unser Bauchgefühl. Werden wir energetisch oder verbal angegriffen, spüren wir oft Druck im Bereich des Solarplexus. Zum Schutz können wir ganz einfach die Arme vor der Brust verschränken. So sind Solarplexus und Herz geschützt.
Beschreibung des Archetyps Kriegerin
Die innere Kriegerin aktiviert in uns die Fähigkeit, einen eigenen Standpunkt einzunehmen und ihn auch deutlich nach außen zu vertreten. Sie kämpft nicht blind gegen etwas, sondern setzt sich für etwas ein. Ihr Ziel ist immer der Erhalt des Lebens. Wehrhaftigkeit, Mut und Schutz zeigt die Kriegerin auch im Alltag. Die erwachte Kriegerin kann schnell Entscheidungen treffen und packt tatkräftig mit an. Sie ist willensstark und handlungsorientiert und verzichtet dabei auf unnötige Kämpfe und Seitenhiebe.
Sie übernimmt die volle Verantwortung für ihr Handeln, ohne Rechtfertigungen und Schuldzuweisungen. Ihr Ziel klar vor Augen, lässt sie sich nicht von ihrem Weg abbringen, weder von außen noch von inneren Gedanken des Zweifels und der Selbstkritik. Die innere Kriegerin hilft dir, mit Gefühlen wie Wut, Ohnmacht und Hilflosigkeit besser umzugehen.
Grenzen setzen und deine Wut spüren
Du spürst besser und schneller, wann deine persönlichen Grenzen erreicht sind, und kannst sie besser schützen und dich rechtzeitig abgrenzen. Statt in Starre oder in Tränen zu verfallen, lernst du, dich zu wehren und zu verteidigen, wenn es nötig und angebracht ist.
Dabei hilft dir ein wichtiger innerer Seismograph: deine Wut. Wut ist ein Zeichen dafür, dass wir mit etwas nicht einverstanden sind, dass unsere Grenzen überschritten wurden oder wir uns bedroht fühlen. Wut ist eine enorme Energie, die wir gut im Körper wahrnehmen können. Diese Kraft hilft uns, für uns und unsere Wahrheit einzustehen und sie auszusprechen. Um blinde Zerstörungswut zu vermeiden, ist es wichtig, sich bewusst zu machen, was genau die Wut ausgelöst hat. So wird ein konstruktiver Umgang mit ihr möglich.
Verdrängte Wut
Verdrängte Wut führt zu Scheinharmonie und einer Opferhaltung. Gerade Frauen haben oft keinen Zugang mehr zu ihrer Wut, weil sie ihnen häufig schon im Kindesalter aberzogen wurde. Hat man später als erwachsene Frau Angst vor der eigenen Wut, versteckt sich dahinter oft die Angst vor Zerstörung, die durchaus berechtigt ist, und die Angst vor Einsamkeit, weil Wut Distanz schafft.
Wahre Authentizität entsteht allerdings, wenn wir uns auch und gerade mit unserer Wut zeigen. Natürlich ist es sinnvoll, sie nicht wild und unkontrolliert an anderen Menschen oder Gegenständen auszulassen. Mir hilft im Notfall tatsächlich, kurz auf ein Kissen einzuschlagen, um die Wut erst einmal zu kanalisieren, bevor ich sie gegen Menschen richte. Deine Wut hilft dir, wirklich zu dir selbst zu stehen und dich zu beschützen. Auch das ist eine Form der Selbstliebe, und sie sorgt für wahrhaftige Nähe mit anderen Menschen, weil du dich ehrlich zeigst, mit allem, was dich ausmacht. Unterdrückte Wut ist trotzdem da und wirkt indirekt und im Verborgenen.
Fragen zum Thema „Deine Grenzen“
In welchen Situationen fühlst du dich gerade übergangen?
Wie kannst du dort Grenzen ziehen?
Welche Ressourcen stehen dir zur Verfügung?
Wie möchtest du dich in dieser Situation idealerweise fühlen?
Was könntest du dafür tun?
Frauen, die Gewalt erfahren mussten, scheuen sich oft davor, ihre innere Kriegerin zu aktivieren und ihre Kraft einzusetzen, weil sie selbst verletzt oder manipuliert wurden. Manche möchten niemanden verletzen. Andere sind sofort im Kampfmodus, auch wenn die Situation das gar nicht verlangt. Dann haben wir es meist mit einer verletzten inneren Kriegerin zu tun.
Die verletzte innere Kriegerin
Du erkennst sie daran, dass du sehr empfindlich auf Kritik reagierst und starke Angst vor Zurückweisung hast. Die verletzte innere Kriegerin hat ein schlechtes Urteilsvermögen, kann ihre Grenzen nur unzureichend ziehen oder kennt sie gar nicht. Sie trifft falsche Entscheidungen und bringt Dinge nicht zu Ende. Unter allen Umständen will sie verhindern, ihr Gesicht zu verlieren. Ihren Selbstwert über- oder unterschätzt sie.
Die unerlöste Kriegerin verbirgt ihre Gefühle lieber hinter ihrem Schild, als sich schwach zu zeigen. Schuld und Scham begleiten sie, weil sie keine Selbstverantwortung übernehmen kann. Fühlt sie sich in die Enge getrieben, setzt sie ihr Schwert ohne Rücksicht auf Verluste ein, etwa mit verbalen Angriffen oder kleinen Rachefeldzügen. Projektionen, zum Beispiel von Schuld auf andere, dienen ihr als Abwehr gegen die eigenen Schuldgefühle und verhindern, dass sie die volle Verantwortung für ihr Handeln übernimmt. Wer die Schuld immer bei anderen sucht, kann sich selbst nicht verändern und entwickeln.
Die verdrängte Kriegerin
Sie zeigt sich, wenn wir weder für uns einstehen noch unsere Werte und Grenzen verteidigen können. Dann werden wir leicht zum Opfer, manchmal aber auch zur Täterin. Ohne aktive Kriegerin sagen wir weder wirklich Ja zu unseren Bedürfnissen und Wünschen noch Nein an unseren Grenzen, erwarten aber still, dass andere das erkennen. Hinter einem Schleier des Nettseins verbirgt sich dann eine passive Aggressivität.
Oft ist das auch in spirituellen Kreisen zu beobachten, wo Grenzüberschreitungen unter dem Deckmantel des „Ich meine es nur gut“ stattfinden. Eine Frau, die ihre innere Kriegerin verdrängt, stiftet Verwirrung: Schuldgefühle werden unbewusst hin und her geschoben, und unterdrückte Macht und Aggression finden immer ihren Weg. Die Lösung liegt darin, ein Gespür für die eigenen Wünsche und Grenzen zu entwickeln und dafür einzustehen, und die eigene Kraft und Selbstverantwortung ganz anzunehmen.
Die Heilung der inneren Kriegerin
Die Heilung ist ein zentraler Teil, wenn wir die innere Kriegerin erwecken wollen. Dabei ist es wesentlich, sich vergangenen, im Körper gespeicherten Verletzungen zuzuwenden, die Gefühle noch einmal zu durchfühlen und die auslösenden Situationen danach loszulassen. Nur dann kann die Kriegerin als heilsame Kraft in uns wirken, statt Zerstörung und Leid zu bringen.
Oft ist hier Vergebung wichtig: für uns selbst, für das, was wir getan haben, weil wir es nicht besser wussten und konnten. Und für andere, die uns verletzt haben, weil auch sie es nicht besser wussten und konnten. Die geheilte innere Kriegerin erkennt, dass die Verletzungen auf ihrem Lebensweg auch zu Entwicklung und Wachstum geführt haben und sie ganz in ihre Kraft bringen. Verbunden mit ihrem Herzen, mit dem Mitgefühl der Priesterin und der Kraft der Heilerin, wird sie zu einer wahrhaft heilsamen Kraft.
Fragen, die dir helfen, deiner inneren Kriegerin auf die Spur zu kommen
Wofür kämpfe ich?
Wann kämpfe ich, und wann flüchte ich?
Setze ich angemessene Grenzen?
Wo braucht es mehr Grenzen?
Wo missachten andere meine Grenzen?
Erlaube ich mir, Nein zu sagen?
Welche Frauen kenne ich, die Kriegerinnenenergie in sich tragen?
Der Kriegerin in dir begegnen
Wenn du Lust bekommen hast, der Kriegerin in dir zu begegnen: Im Online-Workshop „Grenzen spüren, Grenzen setzen“ am 23. Januar 2027 geht es genau um diese Kraft, mit traumasensiblen Übungen und einem Trance Tanz. Alle Termine findest du unter Workshops.
Literatur
Sandra Waldermann-Scherhak: Rauhnachtsrituale für Frauen. 3. Auflage 2017
Esther Rosanna Guggisberg: Die 9 Archetypen der Frau. 2017
Elisabeth Davis, Carol Leonard: Im Kreis des Lebens. Die 13 Archetypen der Frau. 2015

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