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Ein Eintrag aus meinem eigenen Heilungsweg, ein halbes Jahr nachdem ich den Kontakt zu meiner Mutter beendet habe.
Heute bin ich durch einige Prozesse gegangen, eigentlich schon die ganze Woche. Vieles hat sich noch einmal darum gedreht, mich innerlich von meiner Mutter abzulösen. Damit verbunden waren Trauer, Wut, Hass und Verachtung. Das alles fühlte sich sehr stimmig an. Es ist ein Prozess über die letzten Monate.
Ich glaube, dass sich jetzt, im Nachgang des Seminars „Radikale Selbstliebe“ bei Brigitte Koch-Kersten, alle Gefühle, Anteile und Stimmen in ihrer ganzen Intensität zeigen durften. Es ist wie eine innere Erlaubnis, dass wirklich alles da sein darf, alle Anteile, alle Aspekte. Hass und Wut waren mit verschiedenen inneren Anteilen verbunden, mit verschiedenen Altersstufen. Sie alle durften noch aussprechen, was nie gesagt werden durfte. Ohne moralische Keule, ohne ein „Du darfst deine Mutter doch nicht hassen“.
Ein Tag im Wald
Heute war ich lange im Wald und habe mir Zeit für mich genommen. Was folgte, war ein tiefer, intensiver innerer Prozess. Ich kam in Kontakt mit der Trauer und dem Schmerz darüber, dass ich nie wirklich zu meiner Familie gehört habe. Dass ich abgelehnt wurde, egal wie sehr ich mich angestrengt und angepasst habe. Dass ich nie wirklich eine Mutter, einen Vater, eine Familie hatte. Menschen, die mich umsorgen, mir Sicherheit und Schutz schenken, mich lieben und mich darin unterstützen, mich zu entwickeln und groß zu werden.
Dann kam ganz stark die Sehnsucht in mir hoch, einfach ich selbst sein zu dürfen. Jenseits von Rollen, von Erwartungen, vom Funktionieren. Und jenseits all der inneren Automatismen, Muster und Verhaltensweisen, die einfach ablaufen. Auch darüber wieder ein tiefer Schmerz, ein tiefes Betrauern, dass es in meinem Leben nie so war.
Ein tiefes Ja
Und vielleicht war es letztlich immer genau das, was ich mir im Tiefsten gewünscht habe: einfach mit mir zu sein, in einer wirklich tiefen Verbundenheit. Zu einem wirklich tiefen Ja zu mir zu finden. Genau das konnte ich heute fühlen, eine tiefe Selbstbejahung.
Was folgte, war Ruhe. Ein Frieden in mir, eine Erleichterung, auch eine leise Freude auf das, was jetzt kommen möchte. Es ist, als wollte ich mich selbst wirklich entdecken: Was macht mir Freude? Was macht mir Angst? Was möchte ich wirklich leben? Und das aus mir heraus entstehen lassen, von Moment zu Moment, aus der tiefen Verbundenheit mit mir. Und aus dieser Verbundenheit mit mir auch in die Verbundenheit mit dem Leben finden. Vielleicht auch mit Gott, mit der Liebe, die alles durchdringt.
Ich bin gespannt auf die nächsten Tage und Wochen, auf das, was ich entdecken, entwickeln und leben werde. Es fühlt sich ruhig, gut und unaufgeregt an. Weg vom Anpassen, vom Erwartungen erfüllen, vom Wütendwerden darüber und vom Rückzug in die Distanz, weil allein sein dann doch sicherer scheint. Hin zu einfach ich sein. Nicht besser, nicht schlechter, nicht kleiner, nicht größer, als ich bin. Entspannt leben, aus der Verbundenheit mit mir, den gegenwärtigen Moment anerkennen und das Leben fließen lassen.
Alles Liebe,
Ulrike
Wenn du dich in diesen Zeilen wiederfindest
Vielleicht kennst du diesen Schmerz, nie wirklich dazugehört zu haben, und die Sehnsucht, einfach du selbst sein zu dürfen. Mehr über die Wurzeln dieses Gefühls findest du auf meiner Seite über die Mutterwunde. Und wenn du diesen Weg nicht allein gehen möchtest, begleite ich dich gern. Mehr dazu unter Begleitung.

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